Archiv für Dezember 2008

Jenaer desto besser?

Haben Sie sich schon einmal überlegt, nach Jena zu ziehen, um dort zu leben und zu arbeiten oder an einer der traditionsreichsten Unis Deutschlands zu studieren? Nein? Weil Sie dabei nur an DDR-Tristesse mit Plattenbauten und Schlaglöchern gedacht haben? An Arbeitslosigkeit?1

Ja!

Sie sollten sich vom Gegenteil überzeugen (lassen). 18 Jahre nach der Wende sprießt das Mauerblümchen. 2

Achso?

Die Stadt an der Saale hat heute einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Hochqualifizierten und zukunftsträchtigen Arbeitsplätzen. Und kulturell wartet Jena längst nicht mehr nur mit Goethe und Schiller, die beide in der Stadt gelebt und gearbeitet haben, sowie dem ältesten Planetarium der Welt auf. Das Open-Air-Festival „Kulturarena“ und eine quirlige Kneipen-Szene mit Läden wie dem Café Stilbruch oder Bia’s Café machen Jena attraktiv. Jeder vierte Jenenser ist Student.3

Jeder vierte nur?

Die Stadt in Thüringen ist [jedenfalls] der Überraschungssieger des Karriere-Atlasses.4

Geil.

Im Mittelpunkt des Karriere-Atlasses stehen zwei Gruppen von Fach- und Führungskräften: die Denker und die Lenker. Die Denker sind Entwickler und Innovateure. Zu ihnen gehören die MINT-Berufe, die Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und die Techniker ebenso wie Ingenieure. Sie stoßen Innovationen an und entwickeln neue Produkte und Dienstleistungen. Die Lenker sind Manager und Geschäftsführer, Wirtschaftsprüfer, Berater und Juristen, Hochschullehrer oder gehören zum Spitzenpersonal aus Verbänden und Verwaltung. Sie sind es, die die Ideen der Denker aufgreifen und umsetzen.
Jena belegt hinter München den zweiten Platz im Gesamtranking. In der gerade einmal 100.000 Einwohner zählenden Stadt ist die Anzahl an Fach- und Führungskräften sehr konzentriert.5

Ok.

  1. http://www.karriere.de/beruf/muenchen-jena-berlin-die-top-regionen-in-deutschland-7952/ [zurück]
  2. http://www.karriere.de/beruf/muenchen-jena-berlin-die-top-regionen-in-deutschland-7952/ [zurück]
  3. Ebd. [zurück]
  4. Ebd. [zurück]
  5. Ebd. [zurück]

„Deutsch“ als Salzersatz

Die Finanzkrise ist da: Das Salz ist (wieder einmal) rar. Aufgrund dessen wirbt der Deutsch Akademische Austausch Dienst mit einer neuen Idee:

Die Vorteile liegen auf der Hand. Die Gewinnung von „Deutsch“ gestaltet sich recht einfach, es ist vom Geschmack her mindestens so gehaltvoll wie Salz („Ich glaub, die Suppe ist verdeutscht.“), bei Überdosierung treten die gleichen Nebenwirkungen auf (instinktiv ausgelöster Durst und damit verbundene Steigerung des Gewichts) und die Streitigkeiten, ob raffiniert oder Ur-Salz wären auch gelöst. Oder was soll bitte raffiniertes „Deutsch“ sein?
Streu Heil!

Es gibt Meinungen, deren Ungeschicklichkeit liegt in ihrer Unzeitigkeit.#1

Rührende Einfalt! Das Kaufen ist immerhin die gerechteste Form der Aneignung schlechthin. Was gab es denn, bevor der Kapitalismus seine zivilisierenden Wirkungen ausübte? Da wurden Besitzverhältnisse durch Mord und Totschlag oder durch die Blutbande der Erbfolge begründet. Nie hat der Mensch mehr Freiheiten genossen, als seitdem das Geld die Beziehungen unter seinesgleichen regelt. Nie war sein Sozialverhalten besser, als seitdem er den anderen als Kunden zu betrachten lernte. Im Kaufen und Verkaufen liegt der Schlüssel zur Berechenbarkeit allen Handelns, ein großer Fortschritt bei der Zähmung des triebhaft-wilden Menschengeschlechts.1

Achso?

  1. http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/883853/ [zurück]