Hennings Welt

Ähnlich wie Jostein Gaarder, der im August 2006 mit einem Artikel Israel das Existenzrecht absprach, ist nun auch Krimiautor Henning Mankell dabei, die „Israelfrage“ zu beantworten. Auf dem Blog der Gesellschaft für bedrohte Völker wurde Mankells Pamphlet veröffentlicht, nun aber wieder entfernt und sich seitens der GfbV davon distanziert. Sowohl hier, als auch hier lässt sich Mankells Einstellung zu Israel verfolgen.
Grundsätzlich:

Was ich während dieser Reise sah, war völlig eindeutig: der Staat Israel ist in seiner gegenwärtigen Form ohne Zukunft.

1
Mankell kann nicht nur mürrische Krimis schreiben, er kann auch die Zukunft voraussehen:

Israel wird es genauso ergehen wie Südafrika unter der Apartheidzeit. Die Frage ist nur, ob die Israelis Vernunft annehmen werden und freiwillig einer Abwicklung des Apartheidstaates zustimmen werden. Oder ob es zwangsweise geschehen wird.

2
Außerdem ist interessant, dass in Hennings Welt die Israelis mit ihrer Besetzungspolitik an den palästinensischen „Selbstmordbombern“ Schuld haben:

Ist es verwunderlich, dass ein Teil von ihnen desperat ist, wenn sie keinerlei Ausweg aus diesem Leben sehen, dass sie sich entscheiden, sich in einen Selbstmordbomber zu verwandeln? Wohl kaum oder? Verwunderlich ist nur, dass es nicht mehr tun.

Auch der Antisemitismus ist kein Antisemitismus, sondern „normaler Hass“:

Ich stiess auf meiner Reise auf keinen Antisemitismus. Hingegen auf einen normalen Hass auf die Besatzer. Es ist wichtig, diese Dinge auseinanderzuhalten.

Dinge auseinanderhalten ist in Hennings Welt ziemlich wichtig, zum Beispiel die Frage nach Privilegien. Von diesen haben die Israelis sowieso zu viele:

Wenn Veränderungen kommen, wird es von dem einzelnen Israeli abhängen, ob er oder sie bereit ist, auf seine Privilegien zu verzichten und in einem palästinensischen Staat zu leben (sic!).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in Hennings Welt kein Platz ist für Israel, denn Israel zerstört Leben und muss deshalb zerstört werden:

Der Staat Israel hat nur eine Niederlage zu erwarten, wie alle Besatzungsmächte.Die Israelis vernichten Leben. Aber sie können nicht die Träume zerstören. Der Untergang dieses verächtlichen Apartheidsystems ist das einzig denkbare Resultat, da es notwendig ist. Die Frage lautet also nicht ob, sondern wann es geschieht. Und natürlich auch, auf welche Weise.

Edit:
Dank Google und diesem sogenannten Internet werden einige Reaktionen des Erfahrungsbericht explizit. Im „Schwedenforum“ kann man zugeben: „endlich sagts mal jemand“!

…der Vorteil, den die „intellektuellen Promis“ haben, ist zweifellos der, Dinge beim Namen nennen zu dürfen, ohne in die antisemitische Ecke gestellt zu werden, in die wir „Normalos“ bei gleicher Äußerung gestellt werden würden. Ich hoffe, dass noch viel mehr „Mankells“ den Mund aufmachen werden und vor allem müssen noch viel mehr Menschen Finkelsteins Buch lesen…

  1. http://www.palaestina.org/news/beitraege/zeigeBeitrag.php?ID=782 ; http://www.hintergrund.de/20090611410/politik/welt/von-apartheid-gestoppt.html [zurück]
  2. Ebd. [zurück]

9 Antworten auf “Hennings Welt”


  1. 1 Sal 14. August 2009 um 11:27 Uhr

    hast du schön zitiert und schön kommentiert.

    wäre irgendwann mal gut, wenn ein kluger mensch solche hohlköpfe wie dich zitiert und damit klar stellt, dass ihr zu dieser debatte nichts anderes beitragt, als weitere ablehnung zu erzeugen und einen diskurs aufheizt.

    herzlichen glückwunsch

    aber das meiste, das du hier zusammen zitierst und kommentierst ist nonsens. wenn du mal aus dem netz verschwunden bist, dann ist wenigstens einer weniger, der pseudolustig menschen falsch verstehen möchte.

  2. 2 rosaextrablatt 14. August 2009 um 14:11 Uhr

    was?

  3. 3 rosaextrablatt 14. August 2009 um 14:25 Uhr

    also,

    wenn ein kluger mensch solche hohlköpfe wie [mich ] zitieren

    will, dann kann er das ruhig tun. wäre nett, wenn du mal klarstellst, wer wiederum „die anderen“ sind, die

    zu dieser debatte nichts anderes beitrag[en], als weitere ablehnung zu erzeugen und einen diskurs aufheizen.

    mankells pamphlet basiert auf ablehnung, und zwar dem staat israel gegenüber, inwiefern dies einer „debatte“ dienlich ist könntest du gerne erklären. ebenso wie das, was ich daran falsch verstanden habe.

    dass das zitierte nonsens ist, steht außer frage.

  4. 4 Sal 14. August 2009 um 14:51 Uhr

    okay, wenigstens antwortest du nicht so assi.

    nehmen wir mal jenes zitat von mankell:
    „Ich stiess auf meiner Reise auf keinen Antisemitismus. Hingegen auf einen normalen Hass auf die Besatzer. Es ist wichtig, diese Dinge auseinanderzuhalten.“

    Was an dieser Aussage ist problematisch? Und wieso kommentierst du das mit „Auch der Antisemitismus ist kein Antisemitismus, sondern „normaler Hass“: […]“? Warst du schon mal in der Ecke da unten, dass du das einschätzen kannst, wie sich Hass äußert? Nicht jeden, der wütend auf israelische soldaten ist, kannst du als Antisemiten darstellen. Das meine ich ganz ehrlich. Möglicherweise interessiert sich der arabische Bauer einen Scheiß für Politik. Er hat Angst vor dem Gewehr oder den Bomben. Und wenn es israelische Soldaten sind, die schießen, dann hasst er diese. Wenn es japanische wären, dann würde er Japaner hassen. MÖGLICHERWEISE. Ist er deswegen ein Rassist?

    Ich spreche nicht von dem Ablauf der Dinge, sondern allein um das Prinzip jemanden falsch einzuschätzen. Ich verstehe nicht, was z.B. an dem obigen Zitat von Mankell falsch sein soll? Aus deinem Kommentar lese ich, dass es völlig außer Frage steht, so eine Einschätzung wie er zu treffen.

    Und das finde ich absolut furchtbar. Er trifft keine antisemitischen Äußerungen, aber du peinigst ihn trotzdem, zumindest seine aussagen.

    Israel-Kritik ist für dich sofort Antisemitismus. So siehts aus. Und das ist für eine Debatte solch sensibler Form einfach falsch.

  5. 5 rosaextrablatt 14. August 2009 um 15:08 Uhr

    der grundtenor mankells ist und bleibt

    Der Untergang dieses verächtlichen Apartheidsystems [Israel] ist das einzig denkbare Resultat, da es notwendig ist.

    das ist keine „israel-kritik“ sondern gequirlte scheisse. außerdem werden andere konzepte eröffnet (die israelis seien doch selbst schuld, sie sind überprivilegiert ect.), die untragbar sind. mit diesem hintergrund bekommt die aussage über „normalen hass“ eine andere intension.

  6. 6 Sal 14. August 2009 um 15:14 Uhr

    der „grundtenor“ mankells, wie du schreibst, ist trotz dieser drastischen Formulierung, nicht antisemitisch. der grundtenor richtet sich gegen ein system, gegen das israelische system. der grundtenor richtet sich weder gegen das judentum, noch gegen die menschen. nicht mal gegen die soldaten. der grundtenor richtet sich gegen die politik israels. und diese zu kritisieren, das tun im übrigen auch sehr viele israelis und intellektuelle, ist mehr als legitim.

    der normale hass, wie mankell schreibt, bekommt dadurch keine andere dimension. diese dimension dichtest du dir dazu, weil du antisemitismus gegenüber sehr aufmerksam bist, was gut ist. aber übertreiben muss man es nicht. das sind mutmaßungen, die du da über mankell bemühst.

  7. 7 rosaextrablatt 14. August 2009 um 15:21 Uhr

    mankell erkennt den staat israel nicht an und sieht auch für die zukunft nur eine lösung: israelis sollen in einem palästinensischen staat leben. das beängstigende an diesem als antiisraelismus getarnten antisemitismus ist die selbstverständlichkeit, mit der er geäußert wird und geäußert werden kann.

  8. 8 SMS2 16. August 2009 um 17:46 Uhr

    jede kritik an israel ist antisemitisch du verblödeter depp!

  9. 9 rosaextrablatt 20. August 2009 um 0:54 Uhr

    Mankell sieht in der in seiner Welt zukünftigen (und gerne auch ´zwangsweisen´) Aufhebung des Staates Israel („Der Untergang dieses verächtlichen Apartheidsystems ist das einzig denkbare Resultat, da es notwendig ist.“ oder auch in der Aufhebung der „Privilegien“ der Bewohner dieses Staates) die Lösung für ein Problem (Unterdrückung, Ausbeutung, Kapitalismus), das er selbst nicht benennen kann. Er weiß nur, dass es(„[…]da es notwendig ist[…]), gilt diesen Staat zu vernichten.

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