Archiv der Kategorie 'Spiegel'

„Deutsch“ als Salzersatz

Die Finanzkrise ist da: Das Salz ist (wieder einmal) rar. Aufgrund dessen wirbt der Deutsch Akademische Austausch Dienst mit einer neuen Idee:

Die Vorteile liegen auf der Hand. Die Gewinnung von „Deutsch“ gestaltet sich recht einfach, es ist vom Geschmack her mindestens so gehaltvoll wie Salz („Ich glaub, die Suppe ist verdeutscht.“), bei Überdosierung treten die gleichen Nebenwirkungen auf (instinktiv ausgelöster Durst und damit verbundene Steigerung des Gewichts) und die Streitigkeiten, ob raffiniert oder Ur-Salz wären auch gelöst. Oder was soll bitte raffiniertes „Deutsch“ sein?
Streu Heil!

Es gibt Meinungen, deren Ungeschicklichkeit liegt in ihrer Unzeitigkeit.#1

Rührende Einfalt! Das Kaufen ist immerhin die gerechteste Form der Aneignung schlechthin. Was gab es denn, bevor der Kapitalismus seine zivilisierenden Wirkungen ausübte? Da wurden Besitzverhältnisse durch Mord und Totschlag oder durch die Blutbande der Erbfolge begründet. Nie hat der Mensch mehr Freiheiten genossen, als seitdem das Geld die Beziehungen unter seinesgleichen regelt. Nie war sein Sozialverhalten besser, als seitdem er den anderen als Kunden zu betrachten lernte. Im Kaufen und Verkaufen liegt der Schlüssel zur Berechenbarkeit allen Handelns, ein großer Fortschritt bei der Zähmung des triebhaft-wilden Menschengeschlechts.1

Achso?

  1. http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/883853/ [zurück]

Probiers mal mit Gemütlichkeit

Unter den gekräuselten Blättern der Kastanien am Rande des Marktplatzes gibt es noch vier weitere Tische. Lange, bevor die übrigen 50 Marktstände und Wagen eintreffen, bilden sie hier mit dem von Daus bereits eine Reihe. Grüne Petersiliensträuße sind auf einer der Tischplatten zwischen Pyramiden aus rotbäckigen Äpfeln und tiefgelben Quitten ausgebreitet. Auf dem Pflaster liegen zwei medizinballgroße Kürbisse. Hinter jedem Tisch herrscht geschäftiges Treiben. Eine stämmige Frau mit weißem Haar ächzt kurz, als sie sich nach vorn beugt und Walnüsse in eine Plastikschale purzeln lässt.1

Jenaer Markttreiben aus Sicht des Akrützel. Wieso wartet der mittlerweile zweite Kommentarversuch ewig auf seine Freigabe?

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  1. http://www.akruetzel.de/, Artikel „Ein Rest von Gemütlichkeit“ , 13.11.2008[zurück]

„Der Künstler ohne eigene Imagination ist eine dem Vampir verwandte Figur, jemand, der sich von anderen ernährt.“

Der Plot des Films Novemberkind ist „schnell“ erzählt. „Wie man etwas erinnern oder nicht mehr erinnern kann, worin die eigene Geschichte besteht und welche Rechte man auf sie hat – das sind die Themen von »Novemberkind«.“1 Dazu gesellt sich jedoch noch eine, wie es Susan Sontag nennt, ästhetische Doppelmoral.2, die allen Kriegsfotografien eigen ist: Einerseits können sie Gewissen wachrütteln, es andererseits abstumpfen. Natürlich handelt es sich bei »Novemberkind« nicht um einen Kriegsfilm, diese Doppelmoral wird trotzdem deutlich: Der Professor für kreatives Schreiben Robert begleitet Inga auf der Suche nach ihrer Mutter, trotz oder gerade weil er diese Story braucht, nämlich um seinen ersten Roman zu schreiben. „Mittendrin, statt nur dabei“, genau wie die ZuschauerInnen. Ohne die [männliche] Schriftstellerinstallierung wäre der Film gelinde ausgedrückt bumslangweilig. Doch durch den Protagonisten „Robert“ wird deutlich: Dies ist nicht dein Leiden, es ist das Leiden der anderen.

  1. http://jungle-world.com/artikel/2008/47/30447.html [zurück]
  2. Sontag, Susan: Das Leiden der anderen betrachten, S. 49/50. [zurück]
  3. http://www.critic.de/filme/detail/film/novemberkind-1444.html [zurück]

wurst käse szenario?

Leute, es ging schon immer um die Wurst!

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Manche mögens gesund…

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…oder süß!

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„Und die Schuldigen sitzen in Berlin.“

deutsch deutscher deutschland

rosa extra spiegel

LINKSEXTREMISTEN
oder: Was denkt die NPD vom Conne Island?

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WER SIND WIR, WOHER KOMMEN WIR, WAS IST UNSER WEG oder: Warum?

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